Gender Pay Gap · Baden-Württemberg

Gender Pay Gap in Baden-Württemberg — aktuelle Zahlen & Rechtslage 2026

Der unbereinigte Gender Pay Gap in Baden-Württemberg beträgt 22% (Statistisches Bundesamt, Dezember 2025). Das liegt 6 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt von 16%. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 gibt Beschäftigten ab Juni 2026 neue Rechte.

22%
Gender Pay Gap
Baden-Württemberg · Destatis 2025
16%
Bundesdurchschnitt
Deutschland · Destatis 2025
80
Tage unbezahlt
Equal Pay Day
+6
Pp. vs. Bund
Über Durchschnitt

Regionale Besonderheiten in Baden-Württemberg

Starke Automobilindustrie und Maschinenbau mit überdurchschnittlichem GPG. Hohe Wirtschaftskraft, aber traditionelle Rollenverteilung in ländlichen Regionen.

Zuständige Gerichte für Equal-Pay-Klagen

Arbeitsgericht: Arbeitsgericht Stuttgart / Mannheim / Heidelberg

Berufungsinstanz: Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Stuttgart)

Was bedeutet der Gender Pay Gap in Baden-Württemberg für Sie?

Für Arbeitnehmer

  • Auskunftsrecht ab 7. Juni 2026 (Art. 7 EU-RL)
  • Entschädigung bis zu 3 Jahre rückwirkend
  • Beweislastumkehr — Arbeitgeber muss Nichtdiskriminierung beweisen
  • Ein Paarvergleich reicht (BAG Az. 8 AZR 300/24)

Für Arbeitgeber

  • Auskunftspflicht ab Juni 2026
  • Berichtspflicht ab 2027 (250+ MA)
  • Gehaltsspanne in Stellenanzeigen (Art. 5)
  • Bußgelder bei Verstößen (Art. 23 EU-RL)
Wegweisendes Urteil

BAG Az. 8 AZR 300/24 vom 23.10.2025

Das Bundesarbeitsgericht hat bestätigt: Ein Paarvergleich reicht aus, um eine Vermutung der Entgeltdiskriminierung zu begründen. Sie müssen keine Statistik über die gesamte Belegschaft vorlegen — ein einziger Vergleich mit einer Person in vergleichbarer Position genügt. Dies gilt auch für Verfahren vor dem Arbeitsgericht Stuttgart / Mannheim / Heidelberg.

Häufige Fragen zum Gender Pay Gap in Baden-Württemberg

Der unbereinigte Gender Pay Gap in Baden-Württemberg beträgt 22% (Statistisches Bundesamt, Dezember 2025). Das liegt 6 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt von 16%. Starke Automobilindustrie und Maschinenbau mit überdurchschnittlichem GPG. Hohe Wirtschaftskraft, aber traditionelle Rollenverteilung in ländlichen Regionen.
Starke Automobilindustrie und Maschinenbau mit überdurchschnittlichem GPG. Hohe Wirtschaftskraft, aber traditionelle Rollenverteilung in ländlichen Regionen. Zusätzliche Faktoren sind die regionale Branchenstruktur, der Anteil von Frauen in Vollzeitbeschäftigung und die Tarifbindung. Der bereinigte Gender Pay Gap — bei gleicher Qualifikation, Position und Branche — ist geringer als der unbereinigte Wert.
Ab dem 7. Juni 2026 haben Beschäftigte in Baden-Württemberg das Recht, Auskunft über die durchschnittliche Vergütung vergleichbarer Positionen zu verlangen (Art. 7 EU-RL 2023/970). Bei nachgewiesener Entgeltdiskriminierung können Sie Entschädigung für bis zu 3 Jahre rückwirkend geltend machen. Das BAG hat mit Urteil Az. 8 AZR 300/24 bestätigt, dass ein einzelner Paarvergleich ausreicht.
Für Equal-Pay-Klagen in Baden-Württemberg ist das Arbeitsgericht Stuttgart / Mannheim / Heidelberg zuständig. Die Berufungsinstanz ist das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg (Stuttgart). Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Sitz des Arbeitgebers oder dem Arbeitsort.
Arbeitgeber sollten ihre Vergütungsstrukturen auf geschlechtsspezifische Unterschiede analysieren, objektive Entgeltkriterien dokumentieren und sich auf Auskunftsanfragen vorbereiten. Bei einem GPG über 5% ist eine gemeinsame Entgeltbewertung mit dem Betriebsrat Pflicht (Art. 10 EU-RL). APOS Legal bietet ein kostenloses Compliance-Audit als Ersteinschätzung.
Verfasst von Fatih Bektas, Fachanwalt für Arbeitsrecht, APOS Legal Heidelberg. Zuletzt aktualisiert: Mai 2026.
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